Nein zum PAG! Ja zur Meinungsfreiheit – auch beim VfB!

Voraussichtlich noch in diesem Monat will die bayerische Landesregierung den mehr als umstrittenen Gesetzesentwurf zum neuen Polizeiaufgabengesetz (PAG) zur Abstimmung bringen. Ein Vorgang, der weit über die Landesgrenzen des Freistaates Bayern hinaus seine Kreise zieht und für tiefgreifende Diskussionen über die neuen, weitreichenden Befugnisse der bayerischen Polizei sorgt. Insbesondere die aus dem Gesetz resultierenden Eingriffs- und Überwachungsmöglichkeiten erregen Protest. Ein entsprechender Aufruf zum Stopp des neuen PAGs wurde am vergangenen Wochenende u.a. von diversen Fanszenen veröffentlicht (Bsp.:Nein zum neuen PAG!). Klar ist, die Thematik rund um das neue PAG in Bayern wird nicht an innerdeutschen Landesgrenzen enden. Das neue PAG geht uns alle an – es betrifft uns über kurz oder lang alle!

Am Samstag, beim Heimspiel gegen „1899“ Hoffenheim, sollte in der Cannstatter Kurve eine kleine, sechsseitige Broschüre über das neue PAG ausgelegt und verteilt werden.

Der Bitte der VfB AG, den Inhalt des Flyers im Vorfeld gegenlesen zu dürfen, kamen wir nach. In dem Wissen, dass der Inhalt durch eine Rechtsanwältin für uns auf Falschaussagen usw. überprüft worden war, gingen wir von einem reibungslosen Ablauf aus. Am Mittwoch, den 02. Mai 2018, entschied die VfB Stuttgart 1893 AG nun, dass das Verteilen der Broschüre nicht gestattet wird. Da die Absage nicht in schriftlicher Form erfolgte und ausschließlich mündlich übermittelt wurde, werden wir uns an dieser Stelle über die an uns herangetragenen Beweggründe nicht tiefergehend äußern. Das Interesse daran, dass im Nachgang Personen für die Formulierungen bei der Weitergabe der Information intern an den Pranger gestellt werden, ist ausgesprochen gering und schlicht nicht unsere Art.

Fakt ist, der Schritt der AG stellt für uns Zensur und die Einschränkung der Meinungsfreiheit innerhalb des Stadions dar! Jeder soll sich selbst sein Bild machen, ob die Broschüre beleidigend, inhaltlich falsch oder anderweitig so formuliert ist, dass Nachteile für Einzelne entstehen könnten.

Es ist und bleibt für uns unverständlich, warum man sich hier einem gesellschaftskritischen Thema in dieser Form entzieht. Hier geht es nicht um rechte oder linke Politik, extreme politische Äußerungen oder Ähnliches. Es geht um inhaltliche Kritik an einem Gesetzesentwurf, der in der breiten Masse der Bevölkerung diskutiert wird und gerade für uns Fußballfans grundlegende Veränderungen mit sich bringen kann. Eine solche Kritik muss und wird jede starke und vor allem ehrliche Demokratie aushalten. Alles andere wäre mehr als fatal.

Befremdlich und gleichwohl ebenso bezeichnend, wenn ein gestandener Bundesligaclub sich zu einer solchen Entscheidung hinreißen lässt. Wer mit Verboten auf inhaltliche Kritik reagiert, gibt aus unserer Sicht im Jahr 2018 ein mehr als trauriges Bild ab. Mit unserem Verständnis von Demokratie und Meinungsfreiheit sowie der Größe, kritischen Themen mit dem nötigen Weitblick zu begegnen, hat dies schlicht nichts, aber auch gar nichts zu tun.

VfB AG – das war, ist und bleibt ein mehr als bedenklicher Schritt der Zensur, der uns einmal mehr den Kopf schütteln lässt. Solltest du, auch wenn der Glaube daran doch sehr gering ist, kurzfristig deine Meinung und Haltung ändern und eine freie Meinungsäußerung zum neuen PAG zulassen, weißt du, wo du uns findest.

Nein zum neuen PAG!
Ultras bedeutet Widerstand!
Schwabensturm Stuttgart 2002

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